Zählerdaten von Photovoltaik-Kraftwerken: Übertragung mit MSCONS hilft weiter 

Das wichtigste haben alle Solarstromanlagen gemeinsam: den Einspeisezähler vom Energieversorger. Dieser ist das Maß aller Dinge und auf Basis dieser Daten wird die Abrechnung erstellt.

Um diesen Zählerstand kontinuierlich mit den Leistungsdaten der PV-Anlage vergleichen zu können, gibt es allerdings bessere Möglichkeiten, als diese Daten manuell abzulesen und eine Excel-Liste zu führen: Die Datenübertragung im Format MSCONS, berichtet die Proteus Solutions GbR (Spaichingen).  

MSCONS ist die Abkürzung für 'Metered Services Consumption report message'. Es ist ein elektronisches standardisiertes Nachrichtenformat zum Austausch von Lastgang- und Zählerdaten und basiert auf dem EDIFACT-System. Für MSCONS existieren nationale branchenspezifische Definitionen. In Deutschland werden diese vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zusammen mit anderen Verbänden und der Bundesnetzagentur (BNetzA) ausgearbeitet, erläutert Björn-Lars Kuhn von Proteus.

 

 

Herkömmliche Verfahren bedingen eventuell Abweichungen zum tatsächlichen Zählerstand

Ein Großteil der PV-Anlagen ist an Überwachungssysteme angeschlossen. Hierbei werden meist die verfügbaren Datenströme - Spannungen und Leistungswerte von Komponenten - an ein Portal übermittelt. Je nach verbauten Wechselrichtern werden dabei auch die erzeugten Energiemengen übertragen. Sind die Wechselrichter von Haus aus mit weniger "Intelligenz" ausgestattet, muss die Energiemenge rechnerisch über Integration bestimmt werden. Allerdings ist diese Berechnung, durch Abhängigkeit der Messfrequenz, recht ungenau, sagt Kuhn.

"Selbst wenn entsprechende Komponenten die Leistungswerte richtig wiedergeben, wird es durch Verluste und Toleranzen immer Abweichungen zum tatsächlichen Zählerstand geben", erklärt der PV-Experte. Deswegen führten viele Betreiber die Zählerstände in einer Excel-Datei, um diese mit den Portaldaten vergleichen zu können. Die Monitoring-Portale, häufig von Wechselrichterherstellern angeboten, verfügten kaum über die Möglichkeit, Zählerstände im System zu erfassen.

 

Betreiber größerer Solarstromanlagen können die Übermittlung der Zählerdaten beim jeweiligen Energieversorger beantragen

Vereinfachung bringe hier der Einsatz einer Datei im Format MSCONS. Seit Jahren ist dieses Format ein Datenaustauschformat zwischen verschiedenen Energieversorgern, das zu Abrechnungszwecken benutzt wird. "Da jede Solarstromanlage auch ein Kraftwerk ist, kann - zumindest ab einer bestimmten Größe - die Übermittlung der Zählerdaten vom jeweiligen Energieversorger wie z.B. der EnBw beantragt werden", erläutert Kuhn.

 

Spezielle Importprogramme benötigt

Damit erhalte man täglich oder monatlich die Energiemengenwerte der Anlage im 15-Minuten-Raster und Ablesen sei nicht mehr notwendig.

Eine Hürde dabei sei allerdings das Protokoll MSCONS selbst. Es sei nicht geeignet, die per E-Mail empfangenen Dateien kurzerhand in die Tabellenkalkulation zu importieren. Dafür ist der Aufbau solch einer Datei wesentlich zu komplex. Hierzu werden spezielle Importprogramme benötigt oder ein Portal, dass diese Daten automatisiert einlesen und verarbeiten kann.

Da diese Daten vom Energieversorger als Abrechnungsgrundlage verwendet werden, entspreche die übertragene Datei de facto einem Lieferschein. "Die Werte auf der Rechnung bzw. Gutschrift sind damit dann zu 100 % identisch", betont Kuhn.

 

Qualifizierte Monitoring-Anbieter erforderlich

Ob das Energieversorgungsunternehmen die Daten elektronisch übermitteln kann, muss jeder Kraftwerksbetreiber im Einzelfall prüfen. Ein Indiz darauf liefert ein Blick auf die Rechnung. Steht dort eine Zählpunktnummer z.B. 'DE00721478549000ZE000001997330VS0', stehen die Chancen recht gut. Die Zählpunktnummer ist immer 33 Stellen lang und umfasst neben der eigentlichen Zählernummer auch Informationen über Standort und EVU.

"Wer diese Daten kontinuierlich nutzen möchte, sollte sich einen entsprechend qualifizierten Monitoring-Anbieter suchen, Online-Dienste zur Konvertierung nutzen oder entsprechende Software erwerben", rät Kuhn.

 

 

15.09.2011 | Quelle: Proteus Solutions GbR | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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